Nachhaltigkeit    

 

Vielen werden die Schlagzeilen der letzten Jahre noch immer in den Ohren klingen. „Das Ende des Ölzeitalters“. „Der Klimawandel nimmt katastrophale Folgen an“. „In naher Zukunft Benzinpreis über 2Euro/Liter“. „Heizen so teuer wie noch nie“. Alles nur Panik mache oder bald Realität?

Die Wahrheit ist, dass jeder Europäer rund 3,25 Tonnen Rohöl (tROE) pro Jahr konsumiert - egal ob Kind, Pensionist oder Erwachsener. (Quelle Eurostat, hier klicken um Originaltext zu laden, Erklärung: der Kohle-, Erdgasverbrauch, sowie der Verbrauch an allen anderen Energieformen wird in Erdölmengen umgerechnet - tROE).

Österreich besitzt zwar in der Europäischen Union eine Sonderstellung, aufgrund des hohen Wasserkraftanteils zur Stromerzeugung, muss aber trotzdem 80% des gesamten Energiebedarfs (Öl, Gas, etc.)  aus dem Ausland importieren. Der Grund liegt auf der Hand: Erdgas und Rohöl für den individual Verkehr und die Stromproduktion.

Wird nachfolgende Abbildung (Quelle: Eurostat) betrachtet, zeigt sich, dass im Jahre 2004 in der Europäischen Union nur 6% des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energieformen gedeckt wurde (im Wesentlichen Wasserkraft und immer mehr Windkraft).

94% unseres Energiebedarfs geht auf Lasten von nicht nachwachsenden Rohstoffen und somit zu Lasten der nächsten Generationen.

     
Abbildung 1: Bruttoenergieverbrauch in der Europäischen Union (25 Mitgliedsstaaten) im Jahre 2004 (Quelle: Eurostat).
 

Aber es handelt sich nicht nur um ein Energieangebotsproblem, sondern auch um ein Effizienzproblem - die Effizienz der Energienutzung. Wie viele Erdgas muss in eine Stromerzeugungsanlage hineingesteckt werden, um elektrische Energie heraus zu bekommen? Mit welcher Effizienz verbrennt ein Automotor das Benzin oder den Diesel? Bei einem durchschnittlichen Auto, beträgt die Effizienz – zur Fortbewegung einer Person – ca. 2%. D.h. 98% dienen nicht dem ursprünglichen Ziel der Fortbewegung (Grundsätzlich stehen rund 19% zur Fortbewegung des Autos zur Verfügung, wobei aber die Fortbewegung des schweren Autos ca. 17% verschluckt und somit nur mehr 2% für die Person übrig bleibt). Oder anders ausgedrückt, betanken Sie ein Auto mit 50 Liter Benzin und bezahlen 50Euro, können sie genauso gut 49Euro (=98% Verlust) beim Fenster rauswerfen, die 49Euro gehen als Abwärmeverluste, Reibungsverluste, etc. verloren.

Auch am Stromsektor ist es meist nicht besser um die Effizienz bestellt. Reguläre Stromproduktion erzeugt mit ca. 40% Effizienz elektrische Energie aus Erdgas, Öl, Kohle, etc. D.h. auch hier gehen 60% des kostbaren Erdgases oder Erdöls als Abwärme verloren. Es gibt hier aber Ansätze die Abwärme zum Heizen zu verwenden, was die Effizienz auf ca. 80% steigert. Neuere Ansätze gehen sogar so weit, die elektrische Energie beim Kunden Vorort (z.B. Wohnhaus) zu Erzeugen (z.B. mit Brennstoffzellen) und die Abwärme direkt beim Konsumenten (z.B. Wohnhausanlage) zu nutzen. Diese Systeme, die als Dezentrale Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet werden, könne die Effizienz bis auf über 80% erhöhen. Diese Systeme befinden sich aber noch teilweise im Entwicklungsstadium. (Grundlegende Informationen zu Dezentralen Energieerzeugungsanlagen erhalten sie hier; Weitergehende Information finden sich hier - Wissenschaftlicher Artikel).

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass derzeit ca. 56% der gesamten Energie – verbraucht in der Europäischen Union - aus nicht EU Ländern importiert wird. Sollte jedoch die Energieeffizienz nicht erhöht werden und die Nachfrage weiter so stark wie bisher steigen, wird in rund 25 Jahren 70% der Energie aus nicht EU Ländern importiert, die zum Teil Politisch sehr instabil sind.

D.h. wir haben zwei grundsätzliche Probleme: a) Nicht nachhaltige Energieproduktion aus beschränkten Energieträgern (z.B. Öl, Erdgas, Kohle) und b) geringe Ausnützung dieser ohnehin knappen Ressourcen (die immer knapper werden auch auf Grund des steigenden Energiebedarfs in Ländern wie China oder Indien).

Diese Probleme führen natürlich zu steigenden Energiepreisen und hoher Umweltbelastung und damit auch zum Klimawandel und der globalen Erwärmung (für mehr Informationen bitte hier klicken).

Somit kann es nur das Ziel sein, die fossilen Brennstoffe (z.B. Erdgas, Öl) so effizient wie möglich zu verwenden und langfristig nach anderen Alternativen Ausschau zu halten. Um dieses Ziel zu unterstützen, wurde der Verein „Zentrum für Energie und innovative Technologien“ in das Leben gerufen. Er soll die relevanten Forschungsgebiete (z.B. Neue Technologien, Energiepolitik, etc.) zusammenführen und internationale Forschungsaktivitäten aufzeigen.
Der Verein umfasst im Wesentlichen zwei Standbeine: a) das internationale, um die neuesten Aktivitäten auf dem Energiesektor zu erkennen und auf Österreich zu transferieren, und b) das nationale / regionale  Standbein, welches garantieren soll, dass die Erkenntnisse – gewonnen in den internationalen Aktivitäten – in Österreich berücksichtigt werden. Mehr Informationen finden sich unter „Unser Ziel“.

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